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Der Typ Hecht ist ein
offenes Sportmotorboot aus dem VEB Favorit Grünheide. Die Maße des Bootes laut
Herstellerangaben sind in der Länge 4,15 m, in der Breite 1,50 m, und es hat
einen Tiefgang von 0,15 m. Der Rumpf besteht aus GFK und hat als Besonderheit
einen doppelten Boden. Das Gewicht des Bootes ohne Motor schätze ich auf etwa
130kg.
Das Boot habe ich im Herbst 1998
gekauft, es war Baujahr 1974 und mit einem 2-Takt-Außenborder der Firma Johnson
ausgerüstet. Der Motor wurde selbstverständlich erst nach 1990 an das Boot
angebracht. Vom Hersteller waren Außenbordmotorisierungen z.B. vom Typ Forelle
mit ca. 7,5 PS vorgesehen. Diese Motorisierung war durchaus angemessen aufgrund
des geringen Leergewichtes. Der besagte Johnson Motor war natürlich um einiges
schwerer und verhalf dem Boot unter ungünstigen Umständen zu einer schlechten
Wasserlinie. Ich habe das Boot gebraucht und privat gekauft und kann im
nachhinein sagen, dass ich viel Spaß damit hatte. Es ist ein sehr gutes
Einsteigerboot und als Hobby auch für den schmaleren Geldbeutel finanzierbar.
Als ich das Boot erwarb, war mir sofort klar, dass hier eine optische Überholung des Bootes nötig ist.


Also fing ich an, das Boot von
seinen Auf- und Anbauten zu befreien. Der Motorspiegel, der mit zwei
Holzplatten verstärkt wurde, war total hinüber. Also musste auch hier eine neue
Lösung her.
Im Anschluss wurde das
Boot abgeschliffen. Dazu folgende Bemerkungen: ich habe mit 3 Arten von
Schleifwerkzeugen gearbeitet: Schwingschleifer, Delta-Schleifer und
Bandschleifer. Sandstrahlen wäre auch noch möglich gewesen, aber nicht so ohne
weiteres in Eigenleistung zu erbringen. Der Schwingschleifer und der
Deltaschleifer arbeiten am feinsten und zudem erreicht man nahezu alle Ecken
und Nischen.
Der
Bandschleifer arbeitet gröber und ist auch nur auf größeren Flächen einsetzbar,
aber er arbeitet auch schneller und nimmt mehr Farbe weg. Ich empfehle also auf
jeden Fall mit dem Bandschleifer vorzuarbeiten und dann für die Nacharbeit
einen Schwing- oder Deltaschleifer zu verwenden.
Nach dem Abschleifen der Farbe erfolgt der Neuanstrich.
Hier empfehle ich auf jeden Fall sich vorher beim Fachhändler Rat einzuholen
und im Internet nachzulesen, welche Farben und Farbkombinationen für welchen
Rumpfwerkstoff vorgesehen sind.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Überwasseranstrich und dem Unterwasseranstrich. In jedem Falle ist eine Grundierung nötig und im Unterwasserbereich ein Antifouling.
Im Überwasserbereich kommt auf
die Grundierung ein Deckanstrich. Wie gesagt, die Farbkombinationen
(Grundierung/Deckfarbe) müssen zueinander passen, daher ist eine Beratung sehr
wichtig. Als Infobroschüre empfehle ich „International Yachtfarben“.
Die Lackierung erfolgt nach
den Vorschriften auf der Verpackung. Zu beachten sind insbesondere die
Raumtemperatur und die Überstreichintervalle. Es gibt Farben, die nass in nass
verarbeitet werden und andere die trocken verarbeitet werden. Auch hier
unbedingt die Herstellerhinweise beachten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass
die Raumtemperatur unbedingt einzuhalten ist. Dies kann im Winter mitunter schwierig
werden, insbesondere dann, wenn die Platzverhältnisse nicht optimal sind. Des
weiteren ist nicht jeder Bootsschuppen oder jede Garage beheizbar (bei der
Planung einer Bootslackierung beachten!). Kleine Ausbesserungsstellen können
natürlich auch im Frühling im Freien bearbeitet werden. Für die
Komplettlackierung empfehle ich jedoch eine Halle, um etwaigen
Witterungsbedingungen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein und dem
Staubeinfluss entgegenwirken zu können.
Nach der Lackierung sollte die
Farbe Zeit zum aushärten bekommen.

Im Zuge der optischen Restauration des Bootes wurde die
Windschutzscheibe überarbeitet. Daher wurde vom Rahmen, bestehend aus Holz, die
beiden vorderen Scheiben entfernt und abgeschliffen. Bei dieser Demontage ging
leider eine Scheibe zu Bruch. Ein Ersatz findet sich in diesem Falle beim
Glaser oder aber in Form vom Plexiglas. Plexiglas hat den Vorteil, dass es
nicht so schnell bricht wie Glas, in den Maßen flexibel und wesentlich leichter
ist. Ich habe mich also für Plexiglas entschieden und die Bearbeitung der
Scheiben (Zuschnitt) erfolgte mit einer Stichsäge oder - bei kleineren Teilen -
mit einer Metallhandbügelsäge. Es sollte in jedem Falle ein feines Sägeblatt
verwendet werden, um einen sauberen Schnitt zu erzielen. Hier zahlt sich Geduld
auf jeden Fall aus!
Wie angesprochen benötigte der Motorspiegel dringend Zuwendung. Also
wurde der marode Holzspiegel demontiert und im Lagerfeuer bestattet. J
Als neuer Spiegel wurde aufgrund der im Verhältnis hohen Motorisierung
eine Peri-Platte verwendet. Hierbei handelt es sich um eine geleimte Holzplatte
mit einer Stärke von 15 mm. Diese
Platte wurde so zugeschnitten, dass sie den gesamten Rumpf im Heckbereich
abdeckte. Die Platte wurde dann mit Silikon ganzflächig angeklebt und
anschließend wurden Löcher durch Rumpf und Platte in einem Zug gebohrt. Diese
Arbeitsweise gewährleistet eine 100%ige Überdeckung der Löcher von Rumpf und
Platte. Die Löcher dienen der Verschraubung der Platte mit dem Rumpf
(dementsprechend auch dimensioniert, 10 mm Gewinde ist ein guter Wert). Wichtig
ist hierbei, dass auch die Verschraubungen mit Silikon aufgefüllt werden um ein
Wassereindringen zu verhindern. Die Anordnung der Verschraubungen sollte nach
dem gesunden Menschenverstand erfolgen. Soll heißen, mindestens 4
Verschraubungen, da meist auch vier Ecken. Bei größeren Spiegeln sind 6
Verschraubungen auch nicht verkehrt.
Die Motorplatte kann zum Abschluss noch im gewünschten Farbton lackiert
werden.
Ich empfehle für den Betrieb von Außenbordern eine Motorwanne am Motorspiegel.
Diese Motorwanne ist innenseitig am Motorspiegel befestigt und nimmt
Spritzwasser des Außenborders sowie Wasser, das beim Ankippen des Motors nach innen
laufen kann, auf.
Diese Motorwanne kann im einfachsten Fall aus einem viereckigen Blechkanister, oder ähnlichem bestehen. Ich
habe bisher noch keine käuflichen Motorwannen gesehen. Daher ist, wenn nicht
sowieso am Rumpf eine Wanne vorhanden ist, ein Eigenbau zu empfehlen.
Wie angesprochen war der 35 PSer von Johnson etwas überdimensioniert
für den Rumpf, daher auch der starke Heckspiegel - um den Rumpf zu stützen. Um
den Heckbereich des Bootes zu entlasten, habe ich den Tank und die Batterie in
die Spitze des Bootes verfrachtet. Bei diesem Boot besteht ohnehin nicht die
Möglichkeit diesen Stauraum großartig anderweitig zu nutzen, da man eventuell
verstautes Gepäck ständig vorzerren müsste, um etwas zu finden. Von daher wurde
dieser Raum für Batterie und Tank genutzt. Das Gewicht dieser Komponenten ist
nicht zu unterschätzen, denn ein 35-Liter-Tank (somit 35 kg) und eine Batterie
(wiegt auch ihre guten 15 kg) ergeben auch ihre 50 kg. Was wiederum dem Gewicht
einer netten Matrosin entspricht. J
Diese Gewichtsverlagerung hatte zur Folge, dass das Boot wieder optimal
im Wasser lag und der Innerraum für bis zu 4 Personen voll nutzbar war.
Beim Thema Elektrik sollte man sich sachkundigen Rat einholen. Das
wichtigste ist der Batteriehauptschalter. Dieser sollte den kompletten
Stromkreis unterbrechen. Beim Verlassen des Bootes empfehle ich sogar einen der
Batteriepole zu entfernen (wenn möglich). Gerade wenn der Rumpf aus brennbarem
Material besteht (Holz, GFK) ist im Falle eines unbemerkten Kabelbrandes der Totalverlust des Bootes zu
befürchten. Daher lieber auf Nummer sicher gehen und einen Pol entfernen,
zumindest jedoch mit dem Batteriehauptschalter das Netz trennen.
Vorschrift an Bord ist die Beleuchtung, deren Einzelheiten in jedem
Führerscheinbuch für Motorboote lang und breit erklärt werden. Im einfachsten
Falle sind das 4 Positionslampen. Bei einer Bordspannung von 12 V und einer
Lampenleistung von à 15 W sind das 60 W Gesamtleistung und diese ziehen
insgesamt 5 A.
Hier ist also die Leistung des Generators des Außenborders zu beachten.
Ein Radio an Bord sollte man sich aber schon noch gönnen und auch eine flexible
Beleuchtung in Form einer Handlampe sollte nicht fehlen. Zusätzlich empfiehlt
es sich sowieso eine Taschenlampe an Bord zu haben.
Der Lohn aller Mühen
Mit 4 Personen plus Gepäck kam
mein Boot noch ohne Probleme ins Gleiten.
Natürlich ist der Platz dann an Bord begrenzt, aber für einen Tagesausflug von 2 Pärchen reicht er alle Male. Zu zweit kann man sogar auf dem Boot übernachten. Dies lässt sich am besten realisieren, wenn die Sitze nicht fest mit dem Boden verbunden sind und sich verschieben lassen. Ich hatte mir damals Autosportsitze für vorn eingebaut und für die hinteren Passagiere waren Sitzmatten da. Die Autositze waren jeweils mit der Sitzschiene auf einer Gummimatte montiert, um eine optimal große Auflagefläche auf dem GFK-Boden zu bilden und ein alleiniges umkippen zu verhindern.
Geplant: Einbau eines
Lewo-Wendegetriebes (Stefan):