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Umbau von Innen- auf Außenborder an einem Trainer IV    (Autor: Patrick)

 

Überarbeitung eines „Hecht“:   (Autor: Patrick)

 

Der Typ Hecht ist ein offenes Sportmotorboot aus dem VEB Favorit Grünheide. Die Maße des Bootes laut Herstellerangaben sind in der Länge 4,15 m, in der Breite 1,50 m, und es hat einen Tiefgang von 0,15 m. Der Rumpf besteht aus GFK und hat als Besonderheit einen doppelten Boden. Das Gewicht des Bootes ohne Motor schätze ich auf etwa 130kg.

 

Das Boot habe ich im Herbst 1998 gekauft, es war Baujahr 1974 und mit einem 2-Takt-Außenborder der Firma Johnson ausgerüstet. Der Motor wurde selbstverständlich erst nach 1990 an das Boot angebracht. Vom Hersteller waren Außenbordmotorisierungen z.B. vom Typ Forelle mit ca. 7,5 PS vorgesehen. Diese Motorisierung war durchaus angemessen aufgrund des geringen Leergewichtes. Der besagte Johnson Motor war natürlich um einiges schwerer und verhalf dem Boot unter ungünstigen Umständen zu einer schlechten Wasserlinie. Ich habe das Boot gebraucht und privat gekauft und kann im nachhinein sagen, dass ich viel Spaß damit hatte. Es ist ein sehr gutes Einsteigerboot und als Hobby auch für den schmaleren Geldbeutel finanzierbar.

Als ich das Boot erwarb, war mir sofort klar, dass hier eine optische Überholung des Bootes nötig ist.

 

 

 

 

 

 

Die Lackierung

 

Also fing ich an, das Boot von seinen Auf- und Anbauten zu befreien. Der Motorspiegel, der mit zwei Holzplatten verstärkt wurde, war total hinüber. Also musste auch hier eine neue Lösung her.


Im Anschluss wurde das Boot abgeschliffen. Dazu folgende Bemerkungen: ich habe mit 3 Arten von Schleifwerkzeugen gearbeitet: Schwingschleifer, Delta-Schleifer und Bandschleifer. Sandstrahlen wäre auch noch möglich gewesen, aber nicht so ohne weiteres in Eigenleistung zu erbringen. Der Schwingschleifer und der Deltaschleifer arbeiten am feinsten und zudem erreicht man nahezu alle Ecken und Nischen.

 

Der Bandschleifer arbeitet gröber und ist auch nur auf größeren Flächen einsetzbar, aber er arbeitet auch schneller und nimmt mehr Farbe weg. Ich empfehle also auf jeden Fall mit dem Bandschleifer vorzuarbeiten und dann für die Nacharbeit einen Schwing- oder Deltaschleifer zu verwenden.

 

Nach dem Abschleifen der Farbe erfolgt der Neuanstrich. Hier empfehle ich auf jeden Fall sich vorher beim Fachhändler Rat einzuholen und im Internet nachzulesen, welche Farben und Farbkombinationen für welchen Rumpfwerkstoff vorgesehen sind.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Überwasseranstrich und dem Unterwasseranstrich. In jedem Falle ist eine Grundierung nötig und im Unterwasserbereich ein Antifouling.


 

 

Im Überwasserbereich kommt auf die Grundierung ein Deckanstrich. Wie gesagt, die Farbkombinationen (Grundierung/Deckfarbe) müssen zueinander passen, daher ist eine Beratung sehr wichtig. Als Infobroschüre empfehle ich „International Yachtfarben“.

Die Lackierung erfolgt nach den Vorschriften auf der Verpackung. Zu beachten sind insbesondere die Raumtemperatur und die Überstreichintervalle. Es gibt Farben, die nass in nass verarbeitet werden und andere die trocken verarbeitet werden. Auch hier unbedingt die Herstellerhinweise beachten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Raumtemperatur unbedingt einzuhalten ist. Dies kann im Winter mitunter schwierig werden, insbesondere dann, wenn die Platzverhältnisse nicht optimal sind. Des weiteren ist nicht jeder Bootsschuppen oder jede Garage beheizbar (bei der Planung einer Bootslackierung beachten!). Kleine Ausbesserungsstellen können natürlich auch im Frühling im Freien bearbeitet werden. Für die Komplettlackierung empfehle ich jedoch eine Halle, um etwaigen Witterungsbedingungen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein und dem Staubeinfluss entgegenwirken zu können.

Nach der Lackierung sollte die Farbe Zeit zum aushärten bekommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Windschutzscheibe

 

Im Zuge der optischen Restauration des Bootes wurde die Windschutzscheibe überarbeitet. Daher wurde vom Rahmen, bestehend aus Holz, die beiden vorderen Scheiben entfernt und abgeschliffen. Bei dieser Demontage ging leider eine Scheibe zu Bruch. Ein Ersatz findet sich in diesem Falle beim Glaser oder aber in Form vom Plexiglas. Plexiglas hat den Vorteil, dass es nicht so schnell bricht wie Glas, in den Maßen flexibel und wesentlich leichter ist. Ich habe mich also für Plexiglas entschieden und die Bearbeitung der Scheiben (Zuschnitt) erfolgte mit einer Stichsäge oder - bei kleineren Teilen - mit einer Metallhandbügelsäge. Es sollte in jedem Falle ein feines Sägeblatt verwendet werden, um einen sauberen Schnitt zu erzielen. Hier zahlt sich Geduld auf jeden Fall aus!

 

Der Motorspiegel

 

Wie angesprochen benötigte der Motorspiegel dringend Zuwendung. Also wurde der marode Holzspiegel demontiert und im Lagerfeuer bestattet. J

Als neuer Spiegel wurde aufgrund der im Verhältnis hohen Motorisierung eine Peri-Platte verwendet. Hierbei handelt es sich um eine geleimte Holzplatte mit einer Stärke von  15 mm. Diese Platte wurde so zugeschnitten, dass sie den gesamten Rumpf im Heckbereich abdeckte. Die Platte wurde dann mit Silikon ganzflächig angeklebt und anschließend wurden Löcher durch Rumpf und Platte in einem Zug gebohrt. Diese Arbeitsweise gewährleistet eine 100%ige Überdeckung der Löcher von Rumpf und Platte. Die Löcher dienen der Verschraubung der Platte mit dem Rumpf (dementsprechend auch dimensioniert, 10 mm Gewinde ist ein guter Wert). Wichtig ist hierbei, dass auch die Verschraubungen mit Silikon aufgefüllt werden um ein Wassereindringen zu verhindern. Die Anordnung der Verschraubungen sollte nach dem gesunden Menschenverstand erfolgen. Soll heißen, mindestens 4 Verschraubungen, da meist auch vier Ecken. Bei größeren Spiegeln sind 6 Verschraubungen auch nicht verkehrt.

Die Motorplatte kann zum Abschluss noch im gewünschten Farbton lackiert werden.

 

Die Motorwanne

 

Ich empfehle für den Betrieb von Außenbordern eine Motorwanne am  Motorspiegel.

Diese Motorwanne ist innenseitig am Motorspiegel befestigt und nimmt Spritzwasser des Außenborders sowie Wasser, das beim Ankippen des Motors nach innen laufen kann, auf.

Diese Motorwanne kann im einfachsten Fall aus einem viereckigen  Blechkanister, oder ähnlichem bestehen. Ich habe bisher noch keine käuflichen Motorwannen gesehen. Daher ist, wenn nicht sowieso am Rumpf eine Wanne vorhanden ist, ein Eigenbau zu empfehlen.

 

Die Gewichtsverteilung

 

Wie angesprochen war der 35 PSer von Johnson etwas überdimensioniert für den Rumpf, daher auch der starke Heckspiegel - um den Rumpf zu stützen. Um den Heckbereich des Bootes zu entlasten, habe ich den Tank und die Batterie in die Spitze des Bootes verfrachtet. Bei diesem Boot besteht ohnehin nicht die Möglichkeit diesen Stauraum großartig anderweitig zu nutzen, da man eventuell verstautes Gepäck ständig vorzerren müsste, um etwas zu finden. Von daher wurde dieser Raum für Batterie und Tank genutzt. Das Gewicht dieser Komponenten ist nicht zu unterschätzen, denn ein 35-Liter-Tank (somit 35 kg) und eine Batterie (wiegt auch ihre guten 15 kg) ergeben auch ihre 50 kg. Was wiederum dem Gewicht einer netten Matrosin entspricht. J

Diese Gewichtsverlagerung hatte zur Folge, dass das Boot wieder optimal im Wasser lag und der Innerraum für bis zu 4 Personen voll nutzbar war.

 

Die Elektrik

 

Beim Thema Elektrik sollte man sich sachkundigen Rat einholen. Das wichtigste ist der Batteriehauptschalter. Dieser sollte den kompletten Stromkreis unterbrechen. Beim Verlassen des Bootes empfehle ich sogar einen der Batteriepole zu entfernen (wenn möglich). Gerade wenn der Rumpf aus brennbarem Material besteht (Holz, GFK) ist im Falle eines unbemerkten  Kabelbrandes der Totalverlust des Bootes zu befürchten. Daher lieber auf Nummer sicher gehen und einen Pol entfernen, zumindest jedoch mit dem Batteriehauptschalter das Netz trennen.

Vorschrift an Bord ist die Beleuchtung, deren Einzelheiten in jedem Führerscheinbuch für Motorboote lang und breit erklärt werden. Im einfachsten Falle sind das 4 Positionslampen. Bei einer Bordspannung von 12 V und einer Lampenleistung von à 15 W sind das 60 W Gesamtleistung und diese ziehen insgesamt 5 A.

Hier ist also die Leistung des Generators des Außenborders zu beachten. Ein Radio an Bord sollte man sich aber schon noch gönnen und auch eine flexible Beleuchtung in Form einer Handlampe sollte nicht fehlen. Zusätzlich empfiehlt es sich sowieso eine Taschenlampe an Bord zu haben.

 

 

Der Lohn aller Mühen

 

Mit 4 Personen plus Gepäck kam mein Boot noch ohne Probleme ins Gleiten.

Natürlich ist der Platz dann an Bord begrenzt, aber für einen Tagesausflug von 2 Pärchen reicht er alle Male. Zu zweit kann man sogar auf dem Boot übernachten. Dies lässt sich am besten realisieren, wenn die Sitze nicht fest mit dem Boden verbunden sind und sich verschieben lassen. Ich hatte mir damals Autosportsitze für vorn eingebaut und für die hinteren Passagiere waren Sitzmatten da. Die Autositze waren jeweils mit der Sitzschiene auf einer Gummimatte montiert, um eine optimal große Auflagefläche auf dem GFK-Boden zu bilden und ein alleiniges umkippen zu verhindern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Geplant: Einbau eines Lewo-Wendegetriebes (Stefan):